Realistisch den Ernstfall üben
NotfallmedizinJeder Griff muss sitzen, die Absprachen im Team müssen klar und deutlich geäußert werden, passende Instrumente und Medikamente sofort greifbar sein. Ein Szenario, mit dem die Ärzte und Pfleger des Universitäts-Notfallzentrums tagtäglich konfrontiert sind und bei dem akut lebensbedrohliche Verletzungen rasch erkannt und behandelt werden müssen.
In dem Training, das von der Akademie der Unfallchirurgie GmbH und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) organisiert wird, nehmen Fachärzte, Pfleger und Rettungsassistenten aus dem Universitäts-Notfallzentrum teil. An zwei Tagen absolvieren sie jeweils in Achterteams sechs Fallszenarien direkt im Schockraum. Die teilnehmenden Ärzte und Pflegenden sind in den Trainingssituationen immer wieder aufs Neue gefordert und müssen sich spontan auf unvorhergesehene Zwischenfälle einstellen, die auch im realen Einsatzalltag auftreten. „Durch das Simulationstraining werden Verhaltensprinzipien trainiert, die bei jedem Notfall im Team angewandt werden können“, sagt Professor Dr. Norbert Südkamp, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg.
Beim HOTT®-Simulationstraining trainieren die Ärzte und Pflegekräfte an einer Simulationspuppe ein Fallszenario. „Ziel ist es, die koordinierte Übernahme und Übergabe eines Patienten im Schockraum sowie die Kommunikation untereinander und die Verhaltensweisen für mehr Sicherheit im Schockraum einzuüben“, sagt Professor Dr. Hartmut Bürkle, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Während des Trainings filmen Kameras im Schockraum das Geschehen. Zusätzlich wird die Kommunikation des Teams mit Mikrofonen aufgenommen. Über einen Computer steuern die Instruktoren, die die Situation beobachten, in einem Nebenraum die Simulationspuppe. Sie können zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder Atemnot simulieren. Zu den Aufgaben kann es gehören, der Puppe eine Thoraxdrainage zu legen, sie künstlich zu beatmen oder ein EKG abzuleiten. All dies ist technisch möglich. „Da die Szenarien und die Simulationspuppe so realistisch sind, vergessen die meisten Ärzte und Pfleger nach wenigen Augenblicken, dass es sich um eine Übung handelt“, sagt PD Dr. Jörn Zwingmann, Oberarzt und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitäts-Notfallzentrum des Universitätsklinikums Freiburg.
Nach dem Simulationstraining finden die videounterstützten Nachbesprechungen statt. Dabei können die Teilnehmer ihr eigenes Verhalten überprüfen und auch den Kollegen über die Schulter schauen. Durch drei Kameraperspektiven kann das Geschehen im Schockraum aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert werden. „Die Nachbesprechungen finden immer in einem geschützten Rahmen statt. Somit können Konflikte oder Probleme, die während des Simulationstrainings aufgetreten sind, in Ruhe besprochen und Fehler analysiert werden“, sagt PD Dr. Zwingmann. Im Vordergrund des Kurses stehen Kommunikation, Teamperformance, Entscheidungsfindung und Fehlervermeidung.
Nach den beiden Trainingstagen wird zum Abschluss im Team besprochen, welche Abläufe für die Zukunft verändert werden sollten und ob Geräte, Instrumente sowie Medikamente während der Versorgung optimal erreichbar sind.
Die Schockraumsimulation HOTT® wurde von der DGU in enger Zusammenarbeit mit dem Tübinger Patientensicherheits- und Simulationszentrum (TüPASS) entwickelt. Nachweislich werden die besten Effekte in der bekannten Umgebung erzielt. Somit finden die Simulationstrainings immer an den Arbeitsplätzen der Klinik statt. Für echte Notfälle steht während der Übung jederzeit ein weiterer Schockraum zur Verfügung. Patientensicherheit wird wesentlich durch die Handlungssicherheit des Schockraumteams bestimmt. HOTT® trainiert jene Verhaltensprinzipien, welche die Sicherheit bei der Bewältigung von kritischen Situationen erhöhen, die in ihrem eigenen Schockraum unter Einsatz von realitätsnahen Patientensimulatoren dargestellt werden.
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