Osteoporose: Wenn die Knochen brüchig werden
Orthopädie(06.04.2016) Knochen verändern sich im Alter und können mit der Zeit brüchiger werden. Dadurch steigt das Risiko eines Knochenbruchs. Die Knochenmasse wird weniger, Osteoporose kann entstehen. Wie die Erkrankung behandelt werden kann, erklärt Dr. Jan Pestka.
„Osteoporose wird oft als ‚stille Krankheit‘ bezeichnet. Sie entwickelt sich langsam und meist unbemerkt, da man den Abbau der Knochenmasse nicht fühlt“, sagt Dr. Jan Pestka, Osteologe am Universitätsklinikum Freiburg in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Oft treten Beschwerden erst auf, wenn es schon zu einem Bruch zum Beispiel im Bereich der Wirbelsäule gekommen ist. Hiervon können die Wirbelkörper der Wirbelsäule betroffen sein, die neben ihrer Knochenmasse auch ihre Stabilität verlieren. Hierbei können Wirbelkörper auch ohne starke Krafteinwirkung wie zum Beispiel einem Sturz brechen. Neben den hiermit einhergehenden Schmerzen, bemerken einige Patienten eine solche als „Sinterung“ bezeichnete Höhenminderung eines oder mehrerer Wirbelkörper auch dadurch dass sie zum Beispiel bei der Hausarbeit ein hochgelegenes Regal nicht mehr erreichen können oder sich im Bauch- und Brustbereich eingeengt fühlen. Bei Frauen ab dem 50. und Männern ab dem 60. Lebensjahr nimmt mit zunehmendem Alter das Risiko zu, an Osteoporose zu erkranken.
Bei Verdacht auf Osteoporose sollten Patienten sich von ihrem Hausarzt zum Orthopäden überweisen lassen. Mithilfe eines Röntgenverfahrens kann die Knochendichte gemessen werden. Die Behandlung sollte nach DVO-Leitlinien (Dachverband für Osteologie) erfolgen. Am Universitätsklinikum in Freiburg wird zur Ermittlung der Knochendichte die DXA-Methode angewandt. Zwei Energiestrahlen werden durch das Skelett geschickt. Die Knochendichte wird aus der Menge der Strahlung, die durch die Knochen gelangt, errechnet. In der Osteoporose-Sprechstunde können sich Betroffene über Behandlungsmöglichkeiten informieren und Fragen zur Erkrankung stellen. In Abhängigkeit der Knochendichte und individueller Risikofaktoren muss dann entschieden werden, ob eine spezifische Therapie notwendig ist, um das Risiko einen Knochenbruch zu erleiden zu senken.
Um den Knochenabbau und Brüche zu verhindern, können die betroffenen Patienten medikamentös behandelt werden. „Diese Therapie sollte dann konsequent durchgeführt werden. In der Folge ist es wichtig, dass alle zwei Jahre eine Knochendichte-Messung zur Verlaufskontrolle erfolgt“, sagt Dr. Pestka. In der Sprechstunde wird dann auch über die Wirksamkeit der Medikamente gesprochen und Empfehlungen zur begleitenden Therapie ausgesprochen. „Das Hauptziel muss sein, dass keine Knochenbrüche mehr auftreten. Leider kann man einen Knochenverlust nicht rückgängig machen, aber durch die Medikamente lässt sich eine Abnahme der Knochendichte in den meisten Fällen aufhalten“, betont Dr. Pestka.
Um einer Osteoporose vorzubeugen, ist Bewegung wichtig. Auch eine ausgewogene Ernährung die 1000 Milligramm Kalzium pro Tag, das entspricht circa einem Glas Milch und zwei Scheiben Hartkäse, beinhalten sollte, ist wichtig. Eine ausreichende Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung ist kaum möglich. So kann ein Vitaminmangel eine Osteoporose-Erkrankung noch verschlimmern. „In den Sommermonaten kann durch Sonnenlicht einem Vitamin D Mangel vorgebeugt werden. Falls aber schon ein Mangel vorliegt, lässt dieser sich meist nur durch die Einnahme von Vitamin D in Tablettenform beheben“, sagt Dr. Pestka. Seinen Vitamin-D-Wert kann man in der Osteoporose-Sprechstunde messen lassen.
Osteoporose-Sprechstunde:
Mittwoch, 8 bis 14 Uhr
Poliklinik Chirurgie, Erdgeschoss
Ansprechpartner:
Dr. Jan M. Pestka
Osteologe DVO
E-Mail: jan.pestka@uniklinik-freiburg.de
Universitätsklinikum Freiburg
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